Zinnstempel, Engelszinn, Reinzinn, Zink,

Die Unterscheidung zwischen Zinn, Zink und Blei mag für einen Unbeteiligten schwer sein, Farbe und Happtik geben schnell grundsätzliche Erkenntnisse.

 

Zinn hat in seiner natürlichen Form eine silberweiße Farbe. Durch Regen und Kälte kann es oxidieren und so einen gräulichen Ton annehmen.

 

Zink wirkt gegenüber Zinn stumpf. Es nimmt mit der Zeit Flecken an. 

Man kann noch unterscheiden zwischen Hartzink (mit geringen Anteilen Antimon) und Weichzink (Dachrinnen, Zinkwannen ...).

 

Blei bekommt mit der Zeit eine dunkelgraue Farbe, wirkt also im Gegensatz zu Zinn "schmutziger". Außerdem ist Blei durch seine höhere Dichte schwerer als Zinn und Zink.

 

Ein weiterer Unterschied liegt in dem Verhalten der Metalle unter Krafteinwirkung.

Zinn dellt ein, Zink federt und Blei reißt. 

Schauen sie sich zu diesem Thema auch gerne unsere YouTube Videos an:

Wie erkenne ich Zinn?

Wie erkenne ich Blei?

Wie erkenne ich Zink?

 

Eine Besonderheit ist Reinzinn. Zinngeschirr ist grundsätzlich nicht aus reinem Zinn, sondern immer legiert mit geringen Anteilen Antimon, Kupfer und/oder Blei. Selbst der Stempel "xxx Reinzinn" trügt. Zumeist enhält er den Zusatz "95%", also nicht 99,9%. Nach einer damals gültigen DIN-Norm durfte Geschirrzin ab einem 95%igem Zinnanteil bereits als "Reinzinn" bezeichnet werden.

Reinzinn findet sich vorrangig in Material für industrielle Anwendungen. Oder von früher im sogenannten Bierleitungszinn - die Kühlschlangen von Zapfanlagen waren aus reinem Zinn, da lebensmittelecht.

 

Zinnsoldaten sind ebenfalls grundsätzlich nicht aus Reinzinn. Reinzinn wäre zu weich. Diese Figuren sind aus verschiedensten Zinn-Blei-Legierungen oder besser Blei-Zinn-Legierungen gegossen.